Informationsabend 5G Mobilfunk – Nachbericht

Seit drei Jahren lädt die BI „Zukunft Samerberg“ regelmäßig zu Informationsabenden ein.
Corona-bedingt wurde der 12. dieser Art am Montag den 17.05.2021 als Online-Konferenz veranstaltet, mit dem Titel „5G Mobilfunk Chancen ohne Risiken für die Gesundheit?“, an der ca. 40 interessierte Bürger teilnahmen.
 
 
 
 
 
 
Für diesen Abend konnte Herr Prof. Dr. Dr. habil. Klaus Buchner als Referent gewonnen werden. Er ist Physiker, Politiker, pensionierter Professor an der TU München (Mathematische Physik), ehem. Bundesvorsitzender und EU-Abgeordneter der Ökologisch-Demokratischen Partei für die ÖDP.

In seinem Vortrag informierte Prof. Buchner über die biologischen Wirkungen von elektromagnetischen Wellen auf den Körper. Diese sind u.a. die Verklumpung von roten Blutkörperchen, Übererregbarkeit von Muskelzellen, Hemmung oder Erzeugung von Nervenimpulsen und Beeinflussung der Blut-Hirn-Schranke.

Prof. Buchner wies darauf hin, dass man bei der Festlegung der Grenzwerte für elektromagnetische Wellen all diese biologischen Wirkungen nicht berücksichtigt hatte.

Aus seiner Sicht bergen Funkstrahlungen Krankheitsrisiken und können verminderte Fruchtbarkeit, Genschäden, Schlafstörungen, vorzeitige Demenz u.a. hervorrufen. Ein Indiz ist dabei die größere Häufigkeit von Glioblastomen (bösartige Hirntumore) in bestimmten Hirnregionen seit 1995.

Hier eine kurze Beschreibung zu seinen Präsentationsfolien:

  • Er zeigte Aufnahmen, die mittels Dunkelfeldmikroskopie sichtbar machen, wie sich Blutplättchen in einem Blutstropfen verteilen, wenn keine Bestrahlung wirkt, bzw. wie sie sich zusammenballen, wenn Bestrahlung sogar unterhalb der Grenzwerte erfolgt und auch noch einige Zeit danach.
  • Er schilderte, wie die Zellmembran ohne Bestrahlung von Calcium-Kanälen durchdrungen werden kann, was bei Bestrahlung aber gestört wird.
  • Und er erklärte die Wirkketten, wie Funkstrahlung durch die Aktivierung der Calciumkanäle die Bildung von Stickoxiden (NO) beeinflusst, was zur Bildung Freier Radikale führt, die Oxidativen Stress auslösen, der Erbschäden, Krebs und weitere Effekte zur Folge haben kann.
  • Er zeigte den dramatischen Anstieg der Häufigkeit von Hirntumoren (Glioblastome), die sich in Frankreich von 1990 bis 2018 vervierfachte und in den USA, UK und Australien ähnliche Zuwächse zeigte. Dabei kommt dafür als Ursache neben Funkstrahlung auch lang anhaltender Einfluss von Pestiziden in Frage. Dabei waren die Gehirnregionen des Temporal- und Frontallappens dreimal mehr betroffen, während andere Gehirnregionen nur sehr gering betroffen waren.
  • Des Weiteren zeigte er Ergebnisse seiner Studie von 2009 über Anomalien, die bei ca. 1 % von Ferkeln auftraten, nachdem ein Mobilfunkmast errichtet wurde, dessen Strahlung weit unterhalb des zulässigen Grenzwertes lag.

Abschließend wies Prof. Buchner auf sein neu erschienenes Buch „5G WAHN (SINN)“ hin, in dem diese und weitere Erkenntnisse beschrieben sind.

Herr Prof. Buchner beantwortete nach seinem Vortrag Fragen der interessierten ZuhörerInnen.

Dabei war zusätzlich Herr Dr. Hans Schmidt ansprechbar.

Dr. Hans Schmidt – Verfahrensingenieur, Stadtrat und Sprecher der Bürgerinitiative zum Schutz vor Elektrosmog und des Grünen-Ortsverbands Wolfratshausen beantwortete im Anschluss Fragen zu den Handlungsmöglichkeiten in der Kommune. Er betonte, wie wichtig es sei, dass die Kommunen nach initialer Kontaktaufnahme durch die Mobilfunkbetreiber nicht pauschale Ablehnung, sondern Kooperation signalisieren. Damit bestehen gute Chancen, im Planungsprozess das Ziel der Strahlungsminimierung zu verfolgen.

Neben 5G birgt auch WLAN Risiken

Aber unabhängig von 5G wurde klar, dass im privaten und schulischen Bereich die Belastung durch WLAN meist ein Vielfaches der Mobilfunkanlagen beträgt. Im Interesse der Schüler sollte deshalb auf moderne Lichtübertragungstechnologie gesetzt werden, privat sollten LAN-Kabel genutzt werden.

Beide Referenten stellten abschließend heraus: „Es geht nicht um Verhinderung oder Blockierung neuer Technologie, sondern die modernste und (für den Mensch) verträglichste Technologie einzusetzen.

Die drei Gemeinderäte der BI werden die aus der kurzweiligen und interessanten Veranstaltung gewonnenen Erkenntnisse in den kommunalen Planungsprozess einbringen.

Die BI „Zukunft Samerberg“ bietet auf ihrer Homepage weiterführende Informationen zu diesem und anderen lokalen Themen an.

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